STREET

Was ich am meisten an der Fotografie liebe, ist ihre Unberechenbarkeit. Du machst einen Plan und am Ende kommt alles anders. Gute Fotografen schaffen es trotzdem, mit dem gewünschten Resultat nach Hause zu gehen. Exzellente Fotografen jedoch lassen sich vom Unerwarteten inspirieren, sie saugen das Chaos auf und verleihen ihm eine Richtung, bis am Ende etwas entsteht, das sehr viel interessanter ist als alles, was man antizipiert hatte.

Street-Fotografie ist die Königin dieses Prinzips. Du gehts raus und fängst ein, was die Realität dir vor die Füße wirft. Pläne sind hier wertlos. Es geht nicht um Kontrolle oder Performance. Es geht darum, das Unerwartete als Teil des kreativen Prozesses anzuerkennen und ihm den eigenen visuellen Stempel aufzudrücken.

Kein Genre der Fotografie fordert mich mehr heraus und ist zugleich so verdammt befriedigend.